Zuletzt aktualisiert: 05.12.2016
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Notfallsysteme

Niemand möchte sie jemals benutzen wollen, sie sollten nicht fehlen, und sie sollten auch noch die am meisten getesteten Systeme an Bord eines U-Bootes sein.
Bei dynamisch tauchenden Booten kann man sich darauf beschränken, an markanten Stellen im Boot zwei Drähte nah beieinander zu verlegen und mit einem schwachen Strom den Widerstand zwischen beiden zu messen. Ein visueller Alarm außerhalb des Bootes ist wünschenswert.

Bei statisch tauchenden Booten kommt gewissermaßen eine Dimension hinzu, nicht nur finanziell sondern auch in gewisser Weise in Tiefenmetern, denn ein Wassereinbruch endet im Absinken des Bootes, dadurch wird es durch den Fahrer am Ufer noch unkontrollierbarer.

Was also tun, wenn es wirklich an Bord nass werden sollte ?


Ruhe bewahren und intelligente Aufklärung:
Programmierte Digitaltechnik hat den Vorteil, dass man keine riesigen analogen Schaltungen bauen muss, sondern in einem winzigen Programm diverse Sensoren abfragen kann, und dann Entscheidungen treffen kann, wie es weiter gehen soll. Den aktuellen Zustand des Bootes sollte man an folgenden sowieso nötigen Parametern festmachen können, die in jedem Boot permament abfragbar sein sollten:

- Wie tief ist das Boot, sinkt es weiter ?
- Tank voll oder leer ?
- Besteht Funkkontakt ?
- Akkuspannung, wie lange fahren wir schon, wie lange davon schon unter Wasser ?
- Wassereinbruch wo und ggf. wieviel ? Abfrage durch geschickte Auswahl von Widerständen in der Messleitung.
- Stand der Tiefenruder ?
- Funktioniert die Pumpe noch ?


Generell sollte man sich darauf verständigen sogenannte Timeouts zu vereinbaren, kommt eine gewisse Zeit lange kein bracuhbares Signal mehr oder tauchen wir schon länger als wir mal als maximale Zeit festgelegt haben, so sollte ein Timeout auftreten und das automatische Auftauchen einleiten. Timeouts sind sozusagen Kriterien, die die letzte Schwelle zur Entscheidungsfindung ausmachen.
"Meldet sich ein Kommunikationspartner eine gewisse Zeit nicht mehr, so sollte man mal nachfragen, was los ist."


Havariestufen:
Dementsprechend läßt sich einigermaßen feststellen, wie eilig das Auftauchen ist und die Aktionen automatisch ausgelöst werden müssen. Ebenfalls läßt sich ungefähr einordnen, mit welcher Stufe wir den Havariefall zu bewerten haben, letztlich gibt es nur drei Stufen:

1. Stufe: Leichter Einbruch, Boot hat noch Funkkontakt:
Visueller Alarm reicht hier ersteinmal, wir müssen jedoch das Boot im Auge behalten, ist der Tank noch voll, so sollten wir lenzen um an die Oberfläche zu kommen, anders wird der Wassereinbruch dem Fahrer nicht sichtbar. Ggf sollte der visuelle Alarm auch mitteilen, dass das Boot bereits sinkt oder noch genügend Auftrieb hat. Sollte das Boot nicht mehr weiter auftauchen können, so ist ggf bereits die zweite Stufe einzuleiten, da es sein kann, dass der Fahrer das Boot schon nicht mehr sieht.

2. Stufe: Funkkontakt ist weg, Autopilot muss eintscheiden:
Wenn der Funkkontakt bereits dauerhaft weg ist, sind wir entweder schon weit gesunken oder der Empfänger ausgefallen. Jetzt heißt es, alle Maßnahmen zu unternehmen, aufzutauchen und Hilfsmaßnahmen einzuleiten. Ggf sollte hier auch schon entschieden werden, ob man nicht geordnet die Stufe 3 einleitet, bevor der Strom komplett ausfällt.

3. Stufe: Autopilot fällt aus, Supergau:
Wenn der Strom ausfällt, reichen meist nur noch zwei Sachen: Entweder man beschränkt sich auf eine Komponente, die wasserdicht ist und ganz autark arbeiten kann, oder man läßt die Physik für sich arbeiten, näheres hierzu in der nachfolgenden Auflistung.

Möglichkeiten für Notfallsysteme:

Visuelle Alarme:
Ein Blitzlicht außerhalb des Bootes ist sicherlich ein Muss für jeden UBoot-Modellbauer. Dieses Blitzlicht sollte stromsparend sein, damit es ggf auch noch später bei ausgefallenem Strom lange arbeiten kann, damit man das Boot am Grund besser findet. Auch sollte es in etwa durch seine Blinkfrequenz schon die Alarmstufe anzeigen. Alternativ dazu kann auch eine große allgemeine Beleuchtung am Boot in eine bestimmte Blinkfrequenz umschalten. Am Blitzlicht sollte man vielleicht auch ein oder mehrere Infrarot-Leuchtdioden vorsehen, diese sieht man sogar mit digitalen Kameras.

"Ausstiegssysteme": Ist das Boot schon zu tief, dass man sich den visuellen Alrm theoretisch schon sparen könnte, kommt man zu den "Ausstiegssystemen". Leider kann bei einem Modell-Uboot niemand aussteigen, auch ist uns das Boot etwas wichtiger als jemand, der durch das Sinken verletzt wird. Wir können aber eine Art Boje an die Oberfläche schicken, die mit einem Seil am Boot befestigt ist.

Rein physikalische Systeme: Wie schon erwähnt würde es hier reichen, einen Ballon mithilfe eines ganz autarken Systems anzublasen (Kohlenstoffpatrone), der dann das Boot an die Oberfläche befördert.
Als allerletzte Stufe ist ein sogenanntes Brausefach zu erwähnen, dieses wird mit ganz normalen Brausetabletten aus dem Drogeriemarkt gefüllt, sollte es mit Wasser in Kontakt kommen, so beginnen die Tabletten aufzuquellen. Doch Vorsicht, die Tabletten entwickeln einen enormen Druck, sie sollten deshalb so ausgerichtet sein, dass sie das Wasser aus dem Boot drücken können und kein Überdruck entstehen kann.

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