Zuletzt aktualisiert: 05.12.2016
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Mystik des Atompilzes

Mehr als ein halbes Jahrhundert ist nun bereits der zweite Weltkrieg her, diejenige Generation, die hautnah alle Gräueltaten hat ausstehen müssen, stirbt langsam immer weiter aus. Nach dem zweiten Weltkrieg schlich sich rund um den Globus und bis ins Weltall hinaus der kalte Krieg.

Nicht nur die heutige Jugend, sondern auch leider ältere Mitmenschen sind von den ganzen Gedenkfeiern, Reportagen und Museen, die an diese Zeit erinnern, regelrecht gelangweilt. Sie wurden mit Gedankengut und Empfehlungen überhäuft, eine Überhäufung hatte wie so oft, keine andere Wirkkung als eine mentale Abschottung gegenüber diesen Themen.

Was der Abschottung und Gleichgültigkeit folgte, war jedoch eine Verharmlosung, keine Sympathisierung, aber eine fast schon religiöse und mysteriöse Anschauung an diese Zeiten. Diese Einstellung wird gerade in Zeiten offensichtlich, in denen immer wieder neu aufgelegte Reportagen und neue Interpretationen in die Medien strömen, die versuchen, neue mediale Konzepte umzusetzen, dass der Zuschauer davon gefesselt wird.

Ein Paradebeispiel stellt die Darstellung einer detonierenden Atombombe dar. Der Anblick wird heutzutage mit mystisch klingender Musik untermalt, moderne Computerspiele benutzen diesen immer nur durch andere vermittelte aber nie selbst erlebte Ereignis und Gefühl von Zerstörung und Auswegslosigkeit als fesselndes Image, dass den Computerspieler durchdringen soll. Dieses Gefühl, das Menschen im zweiten Weltkrieg real erlebt haben, wird hier versucht nachzustellen, um dem Spieler das Gefühl zu geben, dass er etwas erlebt, was aufgrund des angeblichen Verstandes der heutigen Menschheit nicht mehr wiederkommen wird.

Wer jedoch auf die Computerspielehersteller schimpft, sollte aber auch diverse Hollywoodfilme wie zum Beispiel "Independance Day" schimpfen, hier wird die nukleare Waffe als Allheilmittel erklärt und beherzt eingesetzt, diverse James Bond Filme vermitteln ebenfalls den kalten Krieg als mystische Zeit.

Setzt man sich einmal etwas mehr mit Atombombenversuchen und dem Kalten Krieg auseinander, so wird man innerhalb weniger Minuten einen Gemütszustand erreichen, der einen an die schlimmsten Depressionen erinnert. Sollten Sie diesen Text lesen, so sollten Sie dies nicht in Ihren traurigsten Stunden tun !

Das Ende des Kalten Krieges ist nicht allzulange her, im Endeffekt findet heutzutage immernoch ein weltweites Machtgezerre statt, wo Russland und die USA mit der Atombombe in der Hand den anderen zur Abrüstung auffordern wollen. Jeder will derjenige sein, die letzte nicht abgerüstete Bombe für sich zu haben. Während die Großen darum streiten, wer wieviel abrüstet, denken sich die Kleinen wie etwa Iran, Nordkorea usw, dass sie quasi auch Anrecht auf mindestens eine Bombe haben, um sich wenigstens zur Wehr zu setzen oder den anderen beeindrucken zu können.

Wer denkt, der Krieg sei lange her, die letzte Atombombe lange her, und Nordkorea habe nicht wirklich das Potential, die Welt mit der erneuten Detonation einer Atombombe zu erschüttern, der irrt gewaltig.

Wieviel radioaktives Material auf unserem Planeten lagert, weiß niemand genau, wieviel Gefahr davon ausgeht ebenfalls nicht.

Doch eines ist gewiss: das auf unserem Planeten teils unter freiem Himmel lagernde radioaktive Material wird noch so lange strahlen, wie es Menschen gibt, jede erhöhte radioaktive Dosis hat langzeitlich gesundheitliche Auswirkungen, die man in seinen schlechtesten Träumen niemandem wünscht.

Beginnen wir mit ein paar Testgeländen, die noch heute kilometerweit verstrahlt sind, weil man einfach mal etliche Bomben ausprobiert hat.

Nevada Test Site: das geheime 3500qkm große Testgelände im Herzen Amerikas, nördlich von Las Vegas. Hier fanden 1951 bis 1958 119 oberirdischeAtombombentests und danach nochmals um die 1000 unterirdische Tests statt. Selbst heute sieht man aus der Luft noch die Detonationskrater:

>>> Nevada Test site

Bikini Atoll: Wer sich gerne an weißen Sandstränden aufhält, sollte sich einmal vorstellen, dass mitten im Pazifik um die 70 Atombombentests gemacht wurden. Zahlreiche Inseln wurden hierbei regelrecht blank gefegt und kontaminiert, die dort ansässigen Ureinwohner verloren ihre Heimat, indem sie umgesiedelt wurden und bis heute ihre Kulturwurzeln in einer Gegend haben, die sie nicht mehr betreten können, weil bis heute die Verstrahlung anhält. Zahlreiche Nachbarinseln wurden ebenfalls kontaminiert. Aus der Luftperspektive ist heute noch die unnatürliche Bewaldung sichtbar, hier mußte alles neu bepflanzt werden, weil zahlreiche Bomben alles Leben zerstört haben.

>>> Bikini - Atoll

Komplette Löcher bis tief in den Meeresgrund hat auch die Zündung der Castle Bravo - Bombe gerissen, manchmal sieht man dieses Foto auch in Kalendern mit dem Thema: Traumstrände

>>> Operation Castle Bravo

Hier der lächerliche Versuch einen Krater zu begradigen:

>>> Krater

Nicht nur unsere amerikanischen Regierungsmenschen haben sich weit weg von zuhause bemüht, diverse Kulturen auf verlassenen friedlichen Atollen zu vergiften, sondern auch die Franzosen: Auf dem Mururoa - Atoll wurden nicht nur zahlreiche Tests durchgeführt, sondern die Verstrahlung wurde dadurch für alle zukünftigen Generationen in ein Überraschungspaket gepackt, indem hochgiftiger verstrahlter Müll in Schächten versenkt wurde. Irgendwann wird dieser Müll sich ins Meer ergießen.

>>> Mururoa - Atoll

Nun kommen wir zu Russland, welches meines Erachtens nach selbst heute noch die Kontrolle über die radioaktiven Altlasten des Kalten Krieges völlig verloren hat.

Mitten im russischen Festland, befindet sich eine marode Kerntechnische Anlage namens Majak, die bei etlichen Unfällen große Mengen an radioaktiven Material in die Umwelt hat entweichen lassen.

>>> Majak

Jahrelang wurde der radioaktive Müll in einen See geleitet, dem Karatschai - See. Leider sieht man heute von diesem See aus der Luft nur noch eine graue Betondecke, denn der ganze See wurde nach und nach komplett mit Beton zugeschüttet. Das hat das Problem jedoch nicht bereinigt, dass Russland der Menschheit hier den am stärksten kontaminierten Fleck auf unserem Planeten beschert hat, schon nach einer Stunde Aufenthalt am Betonsee ist man dem Tod geweiht, beim Flug mit einem Flugzeug darüber ist man bereits mit der zulässigen Jahresdosis bedient.

>>> Karatschai - See

Dem nicht genug, denn das Problem der Kontaminierung ist nicht gebannt, denn der es ist nicht ausgeschlossen, dass der Inhalt des Sees irgendwann unterirdisch über den nahen Fluss ins Meer entweicht.

Was die USA auf ihrem Kontinent gemacht haben, konnten natürlich auch die Russen. Auch sie hatten eine Test - Site in der Nähe von Semipalatinsk. Hier kann man heute jedoch noch davon reden, dass die Menschen in den nahegelegenen Dörfern als Versuchskaninchen benutzt werden, denn von ungefähr 600 Einwohnern in Semipalatinsk sind gerade einmal 2 gesund, alle restlichen kämpfen mit Krebs, Missbildungen und diversen anderen Krankheiten.

>>> Semipalatinsk

Neben unter freiem Himmel stehenden Atomreaktoren und zahlreichen verklappten Reaktoren im Meer, wurden auf der Polarinsel Novaja Semlja zahlreiche Atomtests duchgeführt. Darunter die Zündung der Zar - Bombe im Jahre 1961, einer Wasserstoffbombe, die auch gleichzeitig die größte jemals erzeugte Explosion des Menschen war. Die Stosswelle war selbst nach der dritten Umrundung des Globus noch messbar.

>>> Novaja Semlja

Genau hier wurde sie gezündet:

http://maps.google.de/maps?f=q&source=s_q&hl=de&sll=38.897665,-77.036562&sspn=68.82073,122.167969&ie=UTF8&geocode=Fd6GZAQddSNXAw&split=0&hq=&hnear=Nowaja+Semlja&t=k&layer=x&g=Nowaja+Semlja,+Russland&ll=73.544162,54.705734&spn=0.034477,0.187969&z=13&lci=org.wikipedia.de

Neben den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki, hat die Menschheit mit anderen neuzeitlichen Strahlenproblemen zu kämpfen. Tschornobyl, der größte anzunehmende Unfall in einem Atomkraftwerk im Jahre 1986 hat auch heute noch eine große Bedeutung, denn der Mensch hat zwar seine Technik verbessert, trotzdem besteht bei jedem Atomkraftwerk noch die Gefahr, dass zum Beispiel Terroranschläge jegliches Alarmsystem gleich mit in die Luft sprengt. Neben der relativ kleinen materiellen Explosion des Reaktors, wurde jedoch viel radioaktives Material direkt in die Atmosphäre gesprengt, welches zuerst weitreichende Landzüge kontaminiert hat, aber auch später komplette Wolken weit nach Europa und Asien gebracht hat, die diese Strahlenbelastung weit in die Welt trug.

>>> Tschernobyl / Tschornobyl

Heutzutage ist das Sperrgebiet rund um Tschornobyl immernoch abgesperrt, man hat jedoch festgestellt, dass sich hier mittlerweile mehr seltene Tierarten angesiedelt haben, als in vielen Naturschutzgebieten dieser Welt. Die Menschen sind jedoch, wie auch in Semipalatinsk von Missbildungen, Schilddrüsenkrebs und einer extrem hohen Selbstmordrate belastet.

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