Zuletzt aktualisiert: 05.12.2016
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Bundestagswahl 2009

Die Bundestagswahl 2009 hat ganz offensichtlich gezeigt, dass die Bevölkerung in Deutschland einen politischen Wandel herbeisehnt. Der Gewinner feiert, der Verlierer zerreißt sich in der Selbstkritik.

Dieses Spiel wiederholt sich alle 4 Jahre, immer wieder dersselbe Ablauf, bei jeder Wahl werden diesselben Verhaltensweisen des Wählers festgestellt.

Was ganz offensichtlich bei der Wahl 2009 geschah, ist die Wanderung von großen Parteien zu den kleinen Parteien. Diese Wanderung kam dadurch zustande, dass die großen bis dahin regierenden Parteien an ihrem bisherigen Programm festhielten, die kleineren jedoch setzen fast nur negierte Forderungen in ihre Wahlprogramme. Diese negierten Forderungen kamen beim Volk gut an, weil die bisherigen Taten durch eine Wirtschaftskrise vollends in die Kritik gezogen wurden, die Partei mit dem größten Gewinn setzte jedoch insgesamt eine Augenwischerei als Wahlprogramm ein. Steuersenkungen, ein Unding in der jetzigen wirtschaftlichen Lage, wurde versprochen, mehr als alles andere. Genau das zog das Volk zu dieser Partei, jedoch mit dem tollkühnen Effekt, dass das restliche Wahlprogramm genau die Punkte enthält, die eine radikale Marktwirtschaft fordert, die erst in die Krise geführt hat und ein ganzes Volk geblendet hat.

Ein anderes von vielen vor der Wahl verspottetes und nach der Wahl vergessenes Thema ist die Wahlbeteiligung. Vor der Wahl wird dafür geworben, wählen zu gehen und wenigstens die Stimme ungültig zu machen, nach der Wahl wird bei der ersten Hochrechnung für maximal eine Minute die schlechte Wahlbeteiligung bejammert, für den restlichen Abend geht dieses Armutszeugnis für die Politik jedoch schon wieder in Vergessenheit. Wenn etwas so wenig Beachtung findet, lohnt sich auch nicht die Energie, um zur Wahlurne zu gehen.

Ist denn überhaupt noch ein Parteiensystem nötig, wenn alle Parteien aufgrund der nicht ernst zu nehmenden Themen gleichauf liegen und sich das Volk nicht entscheiden kann ? Wählt jemand eine Partei wegen eines bestimmten Themas, so muss er wohl oder übel auch bei alle anderen Themen dieser Partei mit einstimmen. Vielleicht wäre die Abstimmung in Form eines Themen - Wahlomaten die Zukunft, damit jeder Wähler sich über genau diese bestimmten Themen Gedanken machen kann. Die meiste Zeit verbraten Politiker damit, die Gegenseite zu attackieren, jedoch nicht gemeinsam konstruktiv an einer kompletten Lösung zu arbeiten, die die Mehrheit des Volkes tatsächlich favorisiert.

Weiterhin ist da noch die Glaubwürdigkeit zu nennen, die sich innerhalb weniger Minuten nach Schließen der Wahllokale urplötzlich in eine ganze andere Richtung bewegt. Klare Attacken gegen die Gegenseite sind plötzlich in Streicheleinheiten verwandelt, klare Versprechen werden dank einer wandlungsfähigen Sprachakrobatik samtweich.

Zuletzt ist es ebenso unglaublich, wie wandlungsfähig so mancher Politiker sein Ressort belegen kann, gestern noch Gesundheit, heute Justiz. Wieviel die jeweiligen Interessenvertreter wirklich von Ihrer Zuständigkeitssubstanz wissen, ist ein eindeutiges und für die Öffentlichkeit in jeder Fernsehshow sichtbares Debakel.

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