Zuletzt aktualisiert: 05.12.2016
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Terrarium für Pflanzen

Abgesehen von den hier heimischen winterharten Arten, stellt die Haltung exotischer Pflanzen, so auch die der Karnivoren, eine ganzjährige Herausforderung dar. Im Winter muss ein unbedingter Schutz vor Frost und eine fortwährende Kultivierung mit Kunstlicht durchgeführt werden, im Sommer stellt die Hitze, Trockenheit und eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit ganz gegenteilige Barrieren auf.

Dem Ganzen steht wohlwollend eine Mischlösung gegenüber, das Terrarium. Das perfekte Terrarium steht weit abseits jeglicher Sonneneinstrahlung, weit abseits jeglicher warmer Heizungsluft, am besten im Keller bei konstanter Temperatur. Hier muss die Technik dafür sorgen, ein ganzjähriges perfektes Klima zu erzeugen.

Ein Aquarien - BilligSet aus dem Baumarkt mit Glasbecken und Abdeckung ist völlig ausreichend. Hierbei sind Leuchstoffröhren in der Abdeckung verbaut, sie sind sparsam und erzeugen wenig Wärme. 40 Watt Licht auf ein Becken von 80 Liter Größe ist ausreichend für die meisten Pflanzen. Die Abdeckung sollte zwar nicht komplett offen sein, doch sie sorgt dafür, dass die Luftfeuchtigkeit für die Pflanzen angenehm ansteigt, ist sie dauerhaft ganz geschlossen, kann es zu Schimmelbildung kommen.

Das perfekte Klima hat man erreicht, wenn das Substrat der Pflanzen gerade so feucht ist und nicht nass, die Lampen tagtäglich für eine leichte Erwärmung im Beckeninneren sorgen, und die Lampen regelmäßig über mindestens 12 Stunden täglich Licht erzeugen. Dabei sollte die Beleuchtung an einer Schaltuhr angeschlossen sein.

Zweifellos ist pralle Sonne für manche Sonnetaue viel angenehmer, doch im Winter ist das nur schwer zu gewährleisten, eine leicht erhöhte Luftfeuchtigkeit mit viel Licht entlockt so mancher Kannenpflanze mehr Kannen wie eine Haltung im Freien im Sommer mit dauernder Übersprühung.

Ein Irrglaube bei der Terrarienhaltung ist ebenfalls das Einbauen einer Heizung oder eines Neblers. Eine Heizung gibt den Pflanzen die Illusion des Hochsommers, obwohl dieser nicht präsent ist, denn dafür ist die Lichteinstrahlung der Lampen viel zu schwach. Dem Menschen gefällt dieses künstlich erzeugte Klima mit seiner Helligkeit, Wärme und hohen Luftfeuchtigkeit, die Pflanzen kollabieren jedoch sehr schnell, denn ihnen ist es viel zu warm und feucht, bei einer derart niedrigen Lichteinstrahlung. Was eine Leuchtstofflampe an Lichtleistung abgeben kann ist für das menschliche Auge im sichtbaren Bereich zwar ähnlich dem Sonnenlicht, ist aber optisch gesehen eher nur eine Funzel gegenüber der Sonne.

Nebler erzeugen ein sehr mystisches Klima im Terrarium, ähnlich den Bildern aus diversen Reportagen über die Tepuis im südamerikanischen Regenwald. Ein solcher Nebler sollte jedoch nur kurzzeitig angewandt werden, und nur dann, wenn das Terrarium wirklich sonst durchgelüftet wird, oder die Pflanzen darauf angewiesen sind, dass sie regelmäßig Wasser abbekommen. Oft bewirkt ein Nebler jedoch eine zu hohe Luftfeuchtigkeit, Schimmel im Becken und eine höhere Luftfeuchtigkeit im Raum selbst. Kannenpflanzen kommen genausogut damit aus, dass man wenige Tröpfchen über die Blätter gießt, anstatt ihnen direkt das Substrat zu gießen.

Wie man die Pflanzen nun in dem Becken anordnet und pflanzt, darüber gibt es ebenfalls zahlreiche Meinungen. Eine Perfektion kann man dadurch erreichen, indem man alle Pflanzen in einen angemessenen Plastiktopf setzt. Nun stellt man alle direkt auf den Glasboden, keine Stapeleien von Töpfen oder allzugroße Topfunterschiede. Auf diese Weise hat man immer die Kontrolle darüber, dass sich keine Staunässe bildet, zwischen den Töpfen sollte kein Wasser stehen, aber genügend Luft zirkulieren können. Füllt man hingegen ein Becken mit Torf, so läuft man Gefahr einer Wurzelpilzübertragung von Pflanze zu Pflanze aufgrund des zusammenhängenden Substrates. Auch läßt sich die Feuchtigkeit in der Erde nur schwer regulieren, weil sie sich oft zentimeterhoch mit Wasser vollsaugen kann, bis sie anzeigt, dass es nass genug ist, dann kann sich jedoch schon längst Staunässe bilden.

Töpfe haben außerdem den Vorteil, dass sich zwischen den Töpfen die Luft genauso erwärmen kann, wie die Luft im Becken und somit die Wurzeln nicht im nasskalten Erdreich stehen.

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